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#29 – Neues Feature: Transkribieren

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OneNote bekommt das in der Word online bereits implementiere Transkription-Feature! Ein echter “game-changer” für das Notizen machen…

…und für noch ein paar weitere Dinge!

Wie das alles funktioniert, habe ich mir in diesem OneNote Masterclass Tipp&Trick genauer angesehen.

Entwicklung an allen Ecken und Enden...

Was man oft vergisst, wenn man sich mit Microsoft-Software beschäftigt, ist die Tatsache, dass es aufgrund des RIESIGEN Software-Portfolios viele Abhängigkeiten und “Cross-references” gibt. Ein neues Feature hier, eine neue Möglichkeit da, das kann schnell dazu führen, dass Dinge einfach nicht mehr funktionieren oder plötzlich nicht mehr kohärent laufen/aussehen.

Wenn man weiter bedenkt, dass gerade kleinste Designveränderungen Millionen von UserInnen auf der ganzen Welt in ihrem Workflow beeinflussen (können), dann kann es aus meiner Sicht für Microsoft-Produktentwickler ganz schön beängstigend sein, irgendwelche Veränderungen (und sei es auch nur im Pixel-Bereich) z.B. an den Office-Apps vorzunehmen.

Weiters muss man immer im Kopf haben, dass unterschiedlichen “Abteilungen” nicht komplett unabhängig voneinander agieren und so bei der Entwicklung von “neuen Dingen” es meist gar nicht so einfach ist, ein neues Feature in eine App zu implementieren (oder eben ein komplett neues Design einzuführen.) ohne Einfluss auf andere Produkte zu haben…

Beides geschieht gerade mit der OneNote App in der Windows-Welt. Feature-Änderungen UND Design-Änderungen.

Da gibt es Power User seit 2003 (!), die schon den Umstieg auf die Ribbon-Menü-Oberfläche gemacht haben, da gibt es Millionen SchülerInnen und LehrerInnen die tagtäglich mit den OneNote Kursnotizbüchern ihren Unterricht gestalten und so ist es nicht verwunderlich, dass es immer wieder sowohl “Aufschreie” als auch “Jubelmeldungen” über Veränderungen in OneNote gibt.

 

1 + 1 = 3 ?

Der Vorteil von “vernetzter Software” und vernetzten Teams ist aber auch, dass verschiedene Technologien aus verschiedenen Bereich miteinander kombiniert werden kann, und komplett neue “Power-Features” entstehen können. 

So geschehen z.B. mit dem Plastischen Reader, der aus einem Microsoft internen “Hackathon” im Jahr 2015 entsprungen ist (🔗hier gibt es die Background-story – unbedingt lesen!!!)

Und gerade in Sachen “text-to-speech” und Spracherkennung hat sich Microsoft in den letzten Jahren zum absoluten Leader entwickelt. Ganz zu schweigen von den unglaublichen Entwicklungen im Bereich der Sprachsynthese mittels künstlicher Intelligenz, wie z.B. 🔗GPT-3 basierte Dienste.

Nun kommen viele Abteilungen/Features/Entwicklungen von Microsoft der letzten Jahre zusammen und so ergeben sich ganz neue Möglichkeiten…

 

The Immersive Reader project was an idea brought forth by a team of a dozen employees, including engineers who had built a prototype for dyslexic mode in OneNote. This project focused on using the latest science and research around reading while using inclusive design principles to empower students with and without disabilities.

Aufzeichnen, Diktieren und Transkribieren

Schon seit 2007 (!) konnte man in OneNote Audio und Video zu seinen Notizen aufnehmen, wie folgendes Video zeigt: (Schon lustig, wie OneNote pre-Ribbon-Ära ausgesehen hat, nicht? Wer erinnert sich noch?)

Ein besonderes Feature war für mich immer die direkte, zeitcodierte Verknüpfung von Audioaufnahmen und Notizen. Etwas, was ich so in keiner anderen App über die Jahre gefunden habe.

Gerade im Bildungsbereich ein absolut nützliches Feature, auch wenn ich leider viel zu wenig Kolleg:innen und noch weniger Schüler:innen sehe/kenne, die das gleichzeitige Notieren und Aufzeichnen von Erklärungen verwenden…

Ein weiterer Schritt wurde mit der Diktierfunktion in OneNote (App und online) gesetzt. Dies erlaubt einfach einen Text in (fast) jeder beliebigen Sprache direkt in OneNote zu diktieren und somit sehr viel Zeit zu sparen.

 

Seit ungefähr Mitte 2021 gibt es in Word (online) auch das Feature, Audioaufnahmen automatisch transkribieren zu lassen:
🔗Quelle

 

Und genau dieser Dienst kommt jetzt auch in der OneNote App zum Einsatz.

 

Notizen machen vs. Notizen machen LASSEN !

Ob in der Schule oder in Besprechungen, einer der Haupteinsatzgebiete von OneNote ist das Notizen machen, Leider verkommt das – auch in “hochmodernen” Tablet-Klassen – zum klassischen Abschreiben von der Tafel und viele Schüler:innen – und vielleicht auch Lehrer:innen (?) – sind der Meinung, dass dieses Abschreiben schon ausreicht, um einen durchgenommenen Stoff zu beherrschen.

Seit Jahren kämpfe ich meinen Kampf gegen Windmühlen, dass Schüler:innen-Notizen AKTIVE, selbst-erstellte und höchst-personalisierte Notizen sein MÜSSEN. Kein “one-size-fits-all” Zugang, sondern individuelle Mitschriften bzw. Lernunterlagen! Ich persönlich unterrichte sei 2014 in OneNote-basierten Tablet-Klassen und habe noch nie einen Schüler/eine Schülerin beobachtet, die ihre handschriftlichen Notizen mit Audiorecording oder zusätzlichen Dingen ergänzt hätte. Sehr schade eigentlich.

In Sitzungen/Konferenzen/Meetings wird immer der “Eiertanz” um die Protokollführung gemacht, und dabei wird nicht selten in einem Textverarbeitungsprogramm schön brav Punkt für Punkt mit-notiert, sauber formatiert und dann abschließend als PDF per E-Mail an alle Teilnehmer verschickt. 

…um dann wieder draufzukommen, dass in diesem Protokoll Dinge fehlen bzw. es an manchen Stellen noch verändert gehört.

Warum werden im Jahr 2022 immer noch nicht kollaborative, geteilte “meetings minutes” mit implementierten Audio und Video erstellt?

Wir hätten einerseits schon über Jahrzehnte die technische Möglichkeit, ganze Gespräche aufzuzeichnen und nun eben auch ganze Gespräche transkribieren zu lassen.

Das Gesprochene 1-zu-1 in verschriftlichte Form zu bringen, kann sowieso niemals mit der Geschwindigkeit der Sprache mithalten (deswegen wurde früher in meiner Schule auch noch STENO unterrichtet ), warum also nicht gleich auf Diktierfunktionen zurückgreifen, falls (!) man wirklich ein 1-zu-1 Transkript von Besprechungen haben möchte.

Auch der von mir sehr geschätzte OneNote Poweruser seit 2003 Brett Gilbertson bestätigt, dass dieses Transkriptions-Feature ein echter GAME-changer ist. (…und so nebenbei bestätigt er, dass die dahinterliegende Microsoft Speech Recognition auch seinen Australischen Dialekt perfekt beherrscht!)

 

Und wie geht das Transkribieren jetzt?

Die Transkription kann auf jeder Seite in OneNote gestartet werden und wird mit der Seite direkt verknüpft. Dabei kann entweder ein bereits bestehendes Audio hochgeladen werden, oder direkt eine Aufzeichnung gestartet werden (Achtung: richtiges Mikrofon einstellen!)

Voraussetzung ist einmal grundsätzlich, dass man die “verbundenen Dienste” in Office zulässt. (Das wird gern mal vom Admin in Schule remote untersagt!)

Zu finden ist diese Einstellung im “Trust Center”

Verarbeitung und Einfügen

Nach erfolgtem Upload oder Aufzeichnung läuft die Verarbeitung ziemlich rasch, meine Beobachtung war: 1 min Audio wurde in ca. 30  Sekunden transkribiert.

 

Die Transkription selbst kann auf der OneNote Seite in vier verschiedenen Formen eingefügt werden, als Nur Text, mit  Sprechern, mit Zeitstempeln und mit Sprechern und Zeitstempeln.

Das bedeutet, dass auch mehrere Stimmen von der Transkription erkannt werden und eben unterschiedlichen Sprechern zugeordnet werden können. (!) 

Zeitcodierte Transkription ist gerade bei längeren Aufnahmen natürlich praktisch um schnell an die gewünschte Stelle zu kommen.

Apropos Zeit.

Ein dezenter Hinweis am unteren Ende des Transkriptionsfensters weist darauf hin, dass man als Office 365-Abo-Nutzer 300 Minuten, also 5 Stunden Audio pro Monate transkribieren lassen kann.

Mir ist nicht bekannt, ob es hier noch weitere “Minuten-Pakete” als Upgrade geben wird, oder ob dies jetzt nur in der ersten Phase eine Zeitbeschränkung darstellt, laut 🔗diesem User-Bericht, ist aber eine Transkription nach 300 Minuten/Monat nicht mehr möglich.

Audio-Datei

Die Audio-Dateien (Aufnahme oder lokale Audio-Datei werden übrigens automatisch auf das zugehörige OneDrive in den Ordner “Transkribierte Datei” hochgeladen und bleiben mit der jeweiligen OneNote-Seite verknüpft. Das bedeutet, Du kannst diese auch sofort über einen Link wieder erreichen und herunterladen.

Ein abermaliges Aufrufen der Transkription ermöglicht die Datei auch direkt in OneNote wieder (in versch. Geschwindgkeiten) abzuspielen, und auch nochmals die Transkription einzufügen.

Qualitätsprüfung... (kind of)

Kritiker bemängeln natürlich immer die Präzision und Korrektheit der Sprachtranskription. Zu viele Fehler in einem Transkript führen natürlich auch wieder zu erhöhtem Nachbearbeitungsaufwand und natürlich – und da bin ich der selben Meinung – unterscheidet sich die gesprochene von der geschriebenen Sprache (nicht nur der Dialekte wegen) enorm. 

Doch  auch wenn wir mit automatischen Transkriptionen vielleicht nicht 100% akkurat sind, so können sie besonders in EINEM Bereich absolute Wunder vollbringen: Gehörlose oder Gehörbeeinträchtigte müssen sich auf Transkriptionen verlassen.

 

Ich habe mir auch die Mühe gemacht – in einem aufwändigen Selbsttest – einen meiner Lieblingstexte (“Moby Dick”) in verschiedenen Versuchen in Deutsch und in Englisch durch OneNote transkribieren zu lassen. Einmal mit der eigenen Stimme, ein anderes Mal mit Hilfe der Sprachausgabe des Plastischen Readers.

Die Ergebnisse der Transkription meiner Aufzeichnung sind wirklich beachtlich, gerade wenn man bedenkt, dass ich weder ein ausgebildeter Sprecher noch ein native Speaker bin, und auch die Audioaufnahmen nicht wirklich eine gute Qualität aufweisen (= real life test!)

Dabei habe ich immer den Originaltext, meine Aufzeichnung (mit ein paar Fehlern) und das Transkript hier hochgeladen. Die feinen Unterschiede zwischen Originaltext und Transkription habe ich farblich markiert. Es fällt auf, dass Absätze und manchmal eben auch Satzenden nicht ganz klar erkannt wurden (bzw., von mir nicht klar und deutlich gesprochen worden)

 

Abschlussgedanken

Ich bin der Meinung, dass wir alle erste lernen müssen, mit Computer mit Sprache zu interagieren und nicht bloß mit Maus und Tastatur. So wie auch die Touchscreen-Revolution in den letzten 15 Jahren dafür gesorgt hat, dass wir als Menschen eine andere “Mensch-Computer-Schnittstelle” für neue Interaktionsmöglichkeiten entdecken, so wird der nächste große Schritt die natürliche Verwendung von Sprache in der Interaktion mit Technologie. 

Natürlich haben hier viele Leute Scheu und Skepis gegen dieses “Aufnehmen”, doch ich bin fest davon überzeugt, dass es in weniger als 20 Jahren absolut selbstverständlich ist, was wir aus “Star Trek” und andere Science Fiction kennen. Sprachein- und -ausgabe!

Mit dem neuen Feature “Transkription” ist ein nächster Meilenstein geschafft, diese Technologie einem breiten Massenmarkt zugänglich zu machen.

Ich werde auf alle Fälle weiterhin mit Spannung verfolgen, wie verschiedene Technologien miteinander “verschmelzen” werden und was sich hier in OneNote noch alles ergeben wird, wenn man Keyboard-, Stift-, Audio- und videoeingabe miteinander kombiniert. Besonders der bereits angekündigte INK VIEW wird hier noch neue Maßstäbe setzen…

 

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Siehe auch folgende OneNote Masterclass-Feature-Videos dazu an:

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